Romjulsrennet Sjusjøen 2013

Romjulsrennet Sjusjøen 2013

7. Januar 2014 0 Von Benni

Anlässlich der USC Weihnachtsfeier hat Gründungsmitglied Bernd Lange über die Anfänge des USC Kiel als Ski Club berichtet. Ganz nach dem Motto „Back to the roots“ stellten Bernd und ich uns kurz vor Jahreswechsel einer ungewohnten Herausforderung: Einem norwegischen Langlaufrennen über 23 Kilometer im klassischen Stil. Dabei mussten wir anerkennen, dass der Großteil der Norweger – trotz unserer Mitgliedschaft in einem Ski Club – eine (Zitat Bernd) „gefühlt ganz andere Sportart betreibt“.

Nachdem wir durch intensive Internetrecherche auf die Ausschreibung zum Romjulsrennet in Sjusjøen stoßen und uns schon aus Deutschland anmelden können steht fest: Wir stellen uns der Herausforderung und treten gegen ein Feld aus Norwegern im Skilanglauf an. Eine schlaue Entscheidung?
Die Strecke kennen wir ja schließlich schon von einigen Touren in den letzten Jahren. Ein paar steile Buckel, aber da kommt man im Rennen schon sicher irgendwie drüber. Auch dass die Meldeliste mit Olympiasiegern und Weltmeistern gespickt ist, kann uns nicht weiter abschrecken.

So stehen wir am 30.12. also mit knapp 600 Mitstreitern am Start. Ohne Punkte im norwegischen Langlauf Cup werden wir als Rookies erstmal ganz hinten eingeordnet. Dies führt dazu, dass wir sehr schön mit anschauen können wie uns fast das gesamte Feld direkt nach dem Startschuss davon zieht. „Kommt da eigentlich noch jemand hinter mir?“ – so Bernds besorgte Frage an die Support Crew nach knapp drei Kilometern. Zu diesem Zeitpunkt ist er mir schon weit enteilt. Aber zum Glück habe selbst ich noch einige Läufer um mich herum. Es folgen harte Kilometer auf denen mir fast alles weh tut. In den Anstiegen fühlt es sich statt Wettkampf häufig eher nach „Marsch der Pinguine“ an. Trotzdem macht es riesigen Spaß und es motiviert mich immer wieder noch andere Läufer um mich herum zu sehen. Nach halber Strecke komme ich an eine Getränkestation. Die Spitze sei hier – so erfahre ich später – einfach im Doppelstockschub durchgerauscht. Ich halte an und genehmige mir vier Becher Iso. „Skal“ sagt der nette Helfer zu mir als er mir den vierten Becher reicht. Ich freue mich und laufe weiter.
Auf der zweiten Hälfte schwinden die Kräfte. Das Überholen von Tourenläufern, die in die Loipe strömen (das Feld ist ja schließlich durch), liefert immer neue Motivation. Nach 1:47 Stunden ist es geschafft. Den Versuch einen Zielsprint – so wie ich Ihn aus dem Fernsehen kenne – hinzulegen schenke ich mir beim Zustand meiner Arme lieber gleich. Im Ziel empfängt mich Bernd, der schon vor fünf Minuten angekommen ist. Wir sind glücklich und erschöpft. Bernd recherchiert noch die Ergebnisse in seiner Altersklasse. Ich gebe mich damit zufrieden, dass auch nach dem Plündern der Zielverpflegung immernoch vereinzelte Athleten ins Ziel kommen.
Kurz später findet die Siegerehrung statt. Gewonnen hat ein ehemaliger Sprint Weltmeister. Seine Zeit: 59 Minuten.